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Friedl, Freude, Eierkuchen: Week 3

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Nach zwei Wochen voller Höhen kamen die Baltimore Ravens am Sonntag etwas unsanft auf dem Boden der Tatsachen zurück. Die 22-19-Niederlage gegen die Indianapolis Colts und ihren Backup-QB Gardner Minshew war nicht nur überraschend, sondern mindestens genauso vermeidbar. Allerdings ist es nicht Ziel dieser Kolumne, jeden einzelnen Fehler und jegliche Shortcomings bis ins kleinste Detail zu analysieren. Denn am Ende des Tages ist das die Aufgabe meines Kollegen Nils, der diese Woche bei seinen Zinssätzen sicherlich ausführlicher in die Tasten klopfen darf. Bei Friedl, Freude, Eierkuchen wollen wir uns auf die positiven Aspekte der abgelaufenen Gameweek konzentrieren, wenngleich diese in Woche 3 rar gesät waren. Apropos rar gesät: Nachdem Nils letzte Woche zurecht über die Probleme mit den Penalties monierte, erlaubten sich die Ravens gegen die Colts eine einzige Flagge für 5 Yards. Das nenne ich mal einen Negativ-Jinx – gerne mehr davon in Zukunft!

Vom Regen in die Traufe

Ich hatte es gestern auf meinem Twitter-Feed schon geschrieben, aber den Colts gebührt für ihre Leistung zweifelsohne Respekt. Nasses Wetter, Backup-QB, 7.5-Points-Underdog – die Vorzeichen standen alles andere als ideal und trotzdem konnte man einen Sieg aus Baltimore entführen. An dieser Stelle Kudos an den Matchwinner, Kicker Matt Gay, der mit seinen vier verwandelten Field Goals über 50 Yards mal so eben einen neuen NFL-Rekord aufstellte. Und auch vor Colts-Defensive-Coordianator Gus Bradley ziehe ich meinen imaginären Hut. Nachdem ich die Ravens letzte Woche noch so für ihre Antworten gegen den Blitz gelobt hatte, konnte man am Sonntag kaum eine Lösung für dieses Problem finden. Bradley ist in der Regel nicht für seine Aggressivität bekannt. Eine Blitz-Rate von 12,2 % in den ersten beiden Spielen bedeutete den 31. Rang in der NFL. Umso beachtlicher war sein Gameplan für dieses Spiel: Die Blitz-Rate kletterte nämlich auf über 30 %. Eine Taktik, die sich gegen eine ersatzgeschwächte Offensive Line mehr als bezahlt machte. Zwei der drei Forced Fumbles kamen über jene Blitze und lassen damit die Sorgenfalten um die Ball-Security bei QB Lamar Jackson keinesfalls kleiner werden.

Auch 2022 blitzten die Colts kaum – von wegen Cowboy bleib bei deinen Hufeisen

Warum ich das so ausgiebig ausführe, wenn es hier doch um die positiven Aspekte des Spiels gehen sollte? Weil ich glaube, dass Baltimore in vielen Bereichen genug getan hätten, um das Spiel zu gewinnen. Doch wer das Turnover-Battle mit zwei verliert, in den entscheidenden Momenten den Ball fallen lässt, ihn selber aus Gier auf Big-Plays nicht aufnehmen kann, kostbare Fehler mit der Uhr (Fair Catch vor der 2-Minute-Warning, Sack an der eigenen 49-Yard-Linie mit 23 Sekunden auf der Uhr) macht UND obendrauf kein Glück mit den Schiedsrichtern hat, für den wird es schwer werden zu gewinnen.

Was ich damit sagen will? Ich will die Niederlage auf keinen Fall schönreden oder mich nicht zum wiederholten Male auf die immer weiterwachsende Verletztenliste hinausreden, aber gestern lief so ziemlich alles falsch, was falsch laufen konnte. HECK, selbst K Justin Tucker zeigte einen Hauch von Menschlichkeit als sein 60-Yard-Field-Goal-Try um ein Haar zu kurz war. In einem Sport, in dem bekanntlich Inches über Sieg und Niederlage entscheiden, in dem es wöchentliche Upsets (HALLO DALLAS COWBOYS) gibt, da werden solche Spiele wohl oder übel vorkommen. Das macht die Niederlage nicht weniger ärgerlich oder schmerzhaft. Doch diese Rückschläge gehören leider dazu. Auch weil die leichten Startschwierigkeiten der Offense irgendwo – vor allem unter den Umständen – zu erwarten waren. Passend zum regnerischen Wetter also ein sloppy und slippery Auftritt. Die Footlocker-Mitarbeiter:innen lassen grüßen. *insert trending Bayern-Fan Tweet here*

Warum ich der Offense gegenüber dennoch vergleichsweise positiv gestimmt bin? Lamar hat den Ball gestern wieder zweimal verloren, keine einzige Completion über 30 Air Yards geworfen und hätte das Spiel mit einigen verrückten Scrambles und atemberaubenden Improvisationsplays dennoch beinahe gewonnen. Es war zweifelsohne kein fehlerfreier Auftritt und trotzdem ist und bleibt er mit seiner Toolbox einer der einzigartigsten und gefährlichsten Spieler der Liga. Wenn die Ravens das als Baseline haben und ihre Offense obendrauf Schritt für Schritt festigen können, sind sie immer noch gefährlich. Man mag sich nicht im Tier 1 der AFC befinden, für Double Digit Wins ist man in meinen Augen dennoch immer noch gut genug. Die genaueren Gründe dafür dürften letzte Woche ausführlich genug erklärt worden sein. Wenngleich sich das Lazarett definitiv lichten muss in den nächsten Wochen. Hoffen wir mal, dass der Coaching-Staff den einen oder anderen Spieler für die beiden anstehenden Division Battles schonte. Eine positive Rückmeldung in dieser Hinsicht wäre long overdue.

Swiss Army Knife

In unserer WhatsApp-Gruppe wollten sie mir gestern allen Ernstes Punter Jordan Stout als Aufhänger für diesen Artikel verkaufen. Ohne seine Leistung auch nur im Geringsten schmälern zu wollen, musste ich dennoch dankend ablehnen. Sein Punt kurz vor Ende war großer ein Grund für den Dan-Orlovsky-Gedächtnis-Safety und die generellen Leistungen diese Saison sind definitiv stabil. Doch wenn ein Spieler auf Seiten der Ravens am Sonntag – quite literally – herausragte, dann war das Safety Kyle Hamilton!

Nachdem Hamilton zu Beginn der Saison einen Wechsel auf eine “traditionellere” Safety-Position vollzog, wurde er gestern wieder primär als Nickel-Verteidiger eingesetzt, während Daryl Worley seine Position einnahm. 59 seiner 84 Defensive Snaps deklarierte PFF als Slot-Snaps, aber auch darüber hinaus machten sich die Ravens seine Vielseitigkeit zu Gebrauch. Denn Hamilton wurde sowohl als Blitzer direkt an der Line of Scrimmage als auch in der Box eingesetzt und zeigte dabei eine überragende Partie. Mit seinen drei Sacks stellte er den NFL-Rekord für DB-Sacks in einem Spiel ein. Gardner Minshew wird sich zur Sicherheit beim nächsten Schnauzerkämmen definitiv einmal mehr umsehen.

Doch wer glaubt, Nummer 14 machte gestern einen auf ‚Jamal Adams in disguise‘ hat weit gefehlt. Zu seinen – zugegebenermaßen ungeblockten – Sacks gesellten sich noch zwei Hurries, ein Batted Pass, ein Forced Fumble (Strip-Sack), sechs Run Stops und gerade einmal drei zugelassene Catches für mickrige 11 Yards dazu. Mir gehen die Superlative für diesen Auftritt aus. In so einem Fall gibt es eigentlich nur eine Lösung: In jedem Lexikon der Welt sollte unter dem Wort ‚Unicorn‘ fortan ein Bild von Kyle Hamilton zu sehen sein. Das sind die Regeln, ich habe sie nicht gemacht. Don’t be mad at me, folks. Danke an dieser Stelle an die restliche NFL, die ihn im letztjährigen Draft bis an Pick 14 fallen ließ. *adds Kyle-Hamilton-Jersey to shopping cart*

In diesem Sinne: Macht es gut! Wir lesen uns nächste Woche (etwas verspätet, weil Dienstreise) wieder. Hoffentlich nachdem Kyle Hamilton den zum QB-gewordenen menschlichen Abschaum aus Cleveland 26-mal gesackt hat. Diese Zahl wurde zur Gänze zufällig ausgewählt. (Wappler!)

Olli

Ende 20 | Ich habe eine Hassliebe zu meinen Teams | 100 % lauwarme Takes | 100 % sicher es besser zu wissen | In 99 % der Fälle ist das auch so | JanFlacco ist meine Religion

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